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LTE-Netze störanfällig: Angreifer können das Netz meilenweit lahm legen

Von | 2018-01-10T12:55:51+00:00 16. November 2012|LTE-News|0 Kommentare

Eine Forschergruppe der Universität Virginia Tech fand heraus, dass LTE-Mobilfunknetze in einer ganzen Stadt mit einfachen Mitteln gestört werden können. Mit einem Störsender im Aktenkofferformat lassen sich LTE-Signale über mehrere Meilen unterbinden, so der Leiter der Virgina-Tech-Gruppe Jeffrey H. Reed.

650 Dollar kostet der erforderliche Transmitter zur Störung des Signals. Außerdem sind Laptop und eine Stromversorgung notwendig. Dann können laut dem Team aus der Universität Virginia Tech bereits LTE-Signale gestört werden. Grund dafür ist der komplexe Signalaufbau von LTE. Es soll acht verschiedene Angriffsmöglichkeiten geben. Dabei reicht die Manipulation von einem Prozent des ursprünglichen Signals, um Kontrollinstruktionen zu blockieren.

Grundkenntnisse über LTE-Standard reichen aus

Kenntnisse sind lediglich zu den LTE-Spezifikationen erforderlich. Jeder Netzwerktechniker soll fähig sein das Signal über eine breite Fläche lahm zu legen. Mit einigen Grundkenntnissen kann also jeder die Schwachstellen herausfinden und ausnutzen. Als Beispiel gibt das Forscherteam die Synchronisation von Smartphones an. Diese müssen sich beim Versand von Fotos etwa laufend mit einer Funkzelle synchronisieren. Wird diese Synchronisation gestört, findet auch keine Frequenzsynchronisation statt. Der LTE-Datentransfer ist geblockt. Eine Möglichkeit sich gegen einen solchen Angriff zu wehren gibt es nicht. 2G- und 3G-Netze würden bei einem solchen Angriff nicht beeinträchtigt werden.

Außer der Störung des Kontrollspektrums gibt es noch sieben weitere Möglichkeiten. LTE ist aus Subsystemen komplex derart zusammengesetzt, dass die Störung eines Subsystems bereits ausreicht, um das LTE-Signal auszusetzen.

GSM ist ebenfalls anfällig

Ob tatsächlich die Gefahr so groß ist, darf bezweifelt werden. GSM (Global System for Mobile Communications) hat etwa noch schmalere Kontrollkanäle. So wäre der Standard noch leichter zu stören. In den letzten 21 Jahren in denen GSM kommerziell genutzt wird, gab es das Problem nicht. Ihre Erkenntnisse haben die Forscher an die National Telecommunications and Information Administration in den USA gesandt. Darin beschreiben sie, dass sie eine Serie von effektiven Attacken gefunden haben, um eine oder mehrere LTE-Zellen mit DOS-Attacken (Denial of Service) lahm zu legen. Es bleibt nun abzuwarten, ob Behörden und technologische Dienstleister aktiv werden, um die Schwachstellen zu beseitigen.

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